Das Projekt

Brasilien ist ein Land, das große Extreme kennt. Für die arbeitslosen Jugendlichen in Villa Rosina, einem Viertel von Caieiras, einer Vorstadt von Sao Paulo, ist das Leben ein knallharter Existenzkampf. Ihre Eltern haben alle Hände voll zu tun um überhaupt zu überleben. Mancher Jugendliche bekommt zwar eine Chance in eine weiterführende Schule zu gehen, jedoch ist man nach dem Abschluss arbeitslos, weil es keine Aussicht auf eine Stelle gibt. Die Verzweiflung treibt sie in vielen Fällen in die Abhängigkeit der Drogensucht oder der Kriminalität. Ein Teufelskreis!

Der in Schaesberg geborene Pater Hubert Jongen nahm sich das Schicksal der Jugendlichen zu Herzen. Er war mehr als 30 Jahre in Villa Rosina tätig und ließ einen Brunnen graben, eine Kirche erbauen und ein Ausbildungszentrum errichten. In diesem Zentrum konnten diese Jugendlichen weiterführend ausgebildet werden. Erfahrungsgemäß stellt sich heraus, dass die Jugendlichen nach dem Abschluss einer Informatikausbildung oder eines Fremdspachenunterrichts, z.B Englisch, mehr Chancen haben eine Stelle auf dem Arbeitsmarkt zu ergattern. Seit der Anfangszeit in diesem Zentrum, das auf den wohlklingenden Namen Patris (Haus des Vaters) getauft wurde, haben schon mehr als 1.150 Jugendliche eine derartige weiterführende Ausbildung absolviert. Der Großteil der Absolventen bekommt anschließend eine Stelle in der Region. Das Projekt setzt sich zur Wehr gegen die Verelendung und die Verzweiflung, die um sich greift, wenn die Lage aussichtslos ist. Die Verzweiflung, dass man auf der Straße landet, der Alkohol- und Drogensucht, der Ansteckung mit Aids oder der Kriminalität zum Opfer fällt.

Außer Informatik und dem Unterricht in Englisch befasst man sich mit mehreren Themen. Man beschäftigt sich mit physischen (Nahrung und Sport), mit psychischen (Filme und Gespräche), mit geistigen (Bibliothek und Vorträge) und auf Wunsch mit religiösen Themen. Jeder Jugendliche der tüchtig arbeiten will und eine auf den Arbeitsmarkt ausgerichtete Ausbildung bekommen möchte, wird von Herzen betreut bei PATRIS, ungeachtet seiner politischen oder religiösen Vorbildung.